Briten schickten Minderjährige in den Krieg



Britische Soldaten im Irak-Einsatz (Foto: dpa)
Britische Soldaten im Irak-Einsatz
Großbritannien hat seit dem Jahr 2003 fünfzehn Minderjährige als Soldaten im Irak eingesetzt. Das hat der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Adam Ingram, am Sonntag bei der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Liberaldemokraten zugegeben.




Einige länger als drei Wochen vor Ort
Vier eingesetzte Minderjährige waren Frauen. Die große Mehrheit von ihnen hätte innerhalb von einer Woche ihren 18. Geburtstag gehabt oder sei innerhalb einer Woche nach ihrer Ankunft aus dem Irak zurückgezogen worden. "Weniger als fünf 17-Jährige waren für einen länger als drei Wochen andauernden Zeitraum eingesetzt", berichtete Ingram. Er betonte, die Entsendung der minderjährigen Soldaten sei "irrtümlich" geschehen. Nach Angaben des Staatssekretärs wurde diese Praxis ab Juli 2005 eingestellt. Seit diesem Zeitpunkt seien keine Minderjährigen mehr in den Irak abkommandiert worden.



Blair soll sich entschuldigen
Die liberaldemokratische Abgeordnete Sarah Teather, die die Anfrage gestellt hatte, sprach von einem "unverzeihlichen Fehler". Sie forderte von Premierminister Tony Blair eine Entschuldigung. So junge Menschen seien weder geistig noch emotional auf einen so blutigen Konflikt wie im Irak vorbereitet.





Selbstverpflichtung unterzeichnet
Wenn ihre Eltern zustimmen, können britische Jugendliche bereits im Alter von 16 Jahren Mitglied der Streitkräfte werden. Die Regierung in London hat sich aber selbst dazu verpflichtet, Jugendliche nicht an Kämpfen teilnehmen zu lassen. Sie unterzeichnete am 24. Juni 2003 ein entsprechendes Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention. Großbritannien hat rund 7200 Soldaten im Irak stationiert.

4.2.07 14:39

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