Wärme bringt unerwünschte Einwanderer


Der Dornfinger ist die einzige Giftspinne in Mitteleuropa, die Menschen etwas anhaben kann (Foto: Fritz Geller-Grimm)
Der Dornfinger ist die einzige Giftspinne in Mitteleuropa, die Menschen etwas anhaben kann (Foto: Fritz Geller-Grimm)

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, hat vor neuen Gesundheitsgefahren in Folge des Klimawandels gewarnt. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" forderte Troge, den öffentlichen Infektionsschutz zu verstärken und bisher in Deutschland noch nicht auftauchende Krankheiten zu beobachten.


Giftspinne kommt aus Südeuropa
Eine Folge der Erwärmung sei es, dass sich eine Giftspinne aus dem Mittelmeerraum zunehmend in Deutschland verbreitet. Im vergangenen Jahr kam der Dornfinger, eine etwa eineinhalb Zentimeter große Giftspinne, bis nach Brandenburg. Bisher war es dem giftigen Tier nur in Südeuropa warm genug. Sie ist die einzige Giftspinne in Mitteleuropa, die dem Menschen etwas anhaben kann.





Ist Trinkwasser vor Algen sicher?
Außerdem gibt es tropische Blaualgen inzwischen auch in Deutschland. Von ihnen produzierten manche ein wasserlösliches Gift. "Hier müssen wir sicherstellen, dass die Trinkwasserversorgung mit diesem Gift zuverlässig fertig wird", sagte Troge.

Malaria könnte nach Deutschland kommen
Dazu kommt, dass das immer mildere Wetter Insekten, die Infektionskrankheiten verbreiten, bessere Überlebensbedingungen bietet. Sand- und Schmetterlingsmücken übertragen Leishmaniose, eine tropische Infektionskrankheit. Die Mücken leben in Ostafrika, aber auch in Italien und Spanien, wo sie hauptsächlich Haustiere infizieren. Troge hält es nicht nur für möglich, dass diese Leishmaniose-Überträger sich in Deutschland verbreiten könnten. Er hält es auch für nicht ausgeschlossen, dass die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, sich hierzulande heimisch fühlen könnte. Wenn es die Einwanderer aus den Tropen tatsächlich über die Alpen schaffen sollten, "dann müssen wir uns darum kümmern".







Hitzealarm deutschlandweit installieren
Die deutschen Behörden sollten sich in Zukunft auf lang anhaltende Hitzewellen einstellen, mahnt Troge an. Er schlug deshalb vor, flächendeckend einen Warndienst einzurichten, den es in Hessen bereits gebe. Dabei werden insbesondere Altenheime, Krankenhäuser und andere Pflegeeinrichtungen vor großen Hitzeperioden alarmiert, um rechtzeitig darauf reagieren zu können.

Bund soll aktiv Klima schützen
Troge verlangte von der Politik, den im Grundgesetz formulierten Anspruch, als Staat die natürlichen Lebensgrundlagen der kommenden Generationen zu schützen, "konkret als Handlungsauftrag zu begreifen". Dies geschehe vielfach nicht. "Ich habe manchmal den Eindruck, dass beim politischen Handeln wichtige Passagen des Grundgesetzes völlig vernachlässigt werden", kritisierte er. Bund, Länder und Kommunen sollten dazu verpflichtet sein, ab sofort nur klimaverträgliche Produkte anzuschaffen.

4.2.07 14:42

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen